Mobil wie alles: Die temporäre Kunsthalle Berlin

Bei der Temporären Kunsthalle in Berlin handelte es sich um ein einmaliges Projekt von 2008 bis 2010 auf dem Schlossplatz, im Zentrum der Hauptstadt. Die privat finanzierte Institution war Produktionsort und Schaufenster für international vielfältige und vielschichtige Gegenwartskunst.

Im ersten Jahr wurden künstlerische Positionen vorgestellt, die formal unterschiedlich und besonders eigenständig waren. Die Besucher, die dafür gerne in einem Hostel in Berlin übernachteten, konnten sich intensiv mit den Werken der einzelnen nationalen und internationalen Künstler auseinandersetzen. Deren Arbeiten waren häufig mit Berlin verbunden und enthielten gesellschaftliche und politische Themen. Im zweiten Jahr wurden die komplexen Beziehungen zwischen Kunstwerken, Künstlern und den Betrachtern untersucht. In der Kunsthalle gab es Podiumsdiskussionen, Talks und vieles mehr, so dass sie zu einem internationalen Kulturtreffpunkt am Ufer der Spree wurde.

Das lag sicher auch an der Erweiterung der Fassadenfläche von 1.680 Quadratmetern, die an den Ausstellungsraum mit einer Größe von 600 Quadratmetern angebaut wurde. Sie diente als Ausstellungsfläche für drei Projekte und wurde selbst zum Kunstobjekt in der City. Der ursprüngliche Grund für den Bau der Temporären Kunsthalle war der Abriss des Palasts der Republik im Jahr 2008, wo in Zukunft das historische Stadtschloss neu errichtet werden soll. Für die Zwischenzeit wurde daher die Kunsthalle gebaut. Adolf Krischanitz errichtete bereits 1993 eine temporäre Kunsthalle in Wien und konnte auch in Berlin mit seiner zweckmäßigen, klaren Architektur überzeugen. Denn das Gebäude sollte vor allem der Kunst und nicht der Architektur selbst den Vorrang geben, was durch die einfache Form und die farbige Außenhaut sichtbar wurde. Dazu wurden die Faserzementplatten plakatiert oder es wurden Banner verhüllt.

Auch wenn die Kunsthalle heute nicht mehr steht, lohnt sich nach wie vor ein Besuch in Berlin, wo man es sich mitunter mitten auf der Straße auf einem Lattenrost gemütlich macht und so in die schillernde Kunstszene der deutschen Hauptstadt eintaucht.

Dieser Beitrag wurde erstellt in Allgemein und hat die Schlagworte Ausstellungsraum, Gegenwartskunst, Hostel Berlin, Lattenrost, Palast der Republik, Schlossplatz, Temporäre Kunsthalle Berlin.

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